Alles über alternative Beziehungsarten

Beziehungsanarchie und Alltag – die Karte des Miteinanders

Beziehungsanarchie und Alltag – die Karte des Miteinanders

Wie gestalte ich meine Beziehungen? Wie führe ich Freunschaften – oder noch grundlegender: Wie gehe ich mit anderen Menschen um?
Diese Fragen stellen sich jedem. Täglich.
Es fällt nur nicht mehr auf, dass diese Fragen da sind, weil wir sie automatisch beantworten. Wir haben die Antworten in Filmen gesehen, in Büchern gelesen und im Verhalten unserer Mitmenschen beobachtet. So haben wir gelernt, wie sich Frauen, Männer, Mütter, Väter, Freunde, Partner zu verhalten haben – was „normal“ ist und was nicht. Es gibt ein komplexes gesellschaftliches System, das festlegt, wie man sich in bestimmten Rollen und Beziehungen verhalten soll. Das erleichtert das menschliche Miteinander und auch die Kommunikation ungemein – und das ist nichts schlechtes. Nicht jeder Mensch mag Komplexität und selbst wenn er sie mag, kann er sie nur bis zu einem bestimmten Punkt verarbeiten. Komplexitätsreduktion ist erstmal eine gute Sache.

Problematisch wird es, wenn aus der Vereinfachung ein Normdruck entsteht und damit auch die Toleranz für Abweichungen schwindet. Hier setzt Beziehungsanarchie an. Beziehungsanarchie ist zunächst ein philosophisches Konzept und damit nicht sehr praktisch. Beziehungsanarchie hilft dir, die oben genannten Fragen nach dem Umgang mit anderen Menschen wieder bewusster wahrzunehmen und sie für dich zu beantworten.
Welche Elemente möchte ich in allen meinen Freunschaften? Muss es einen Unterschied zwischen dem Umgang mit Freunden und Partnern geben? Wie behandelt man Freunde mehr wie Partner?

Die praktische Umsetzung der eigenen Ideale ist nie einfach. Als Beziehungsanarchist hat man zudem kaum Vorbilder im eigenen Umfeld. Die Karte des Miteinaders hilft hier insoweit, als dass sie einen Überblick über die verschiedenen Elemente, aus denen Beziehungen bestehen können, bietet. Dieser Überblick ist wichtig, um herauszufinden, was man an zwischenmenschlichen Beziehungen schätzt, wo man selbst die Grenze zwischen Freunschaft und Partnerschaft zieht (wenn man sie denn zieht), ob diese Grenze unauflöslich ist und welche Elemente man in den einzelnen Beziehungen vertiefen oder auf Eis legen möchte.

Die Karte des Miteinanders ist übrigens eine übersetzte und ergänzte Version des Relationship Anarchy Smorgasboards auf Reddit.
Anregungen oder Kritik? Her damit!

Karte des Miteinanders:

Beziehungsanarchie – Karte des Miteinanders (PDF)

Weiterlesen:



2 thoughts on “Beziehungsanarchie und Alltag – die Karte des Miteinanders”

  • Ich hab grade das Gefühl, Dich zu spammen… aber mir gefällt der Blog und mir fallen immer wieder Anmerkungen ein.
    Meine Lebenspartnerin (um den Begriff faul und nicht weiter definiert zu benutzen) und ich haben das Relationship Anarchy Smorgasboard mal als Grundlage für ein Gespräch über die Beziehung genommen und haben festgestellt, dass es für uns eine tolle Anregung war, unsere eigenen Gesprächspunkte zu entwickeln. Insofern würde ich auch die Karte des Miteinanders als Anregung und Ausgangspunkt, aber nicht als fertige Vorlage sehen – die sieht m.E. in fast jeder Beziehung ein bisschen anders aus. Ein tolles Hilfsmittel bei der Entwicklung der eigenen Karte(n) des Miteinanders und ein sehr guter Denkanstoß ist sie aber auf jeden Fall!

    • Nein – im Gegenteil, ich habe mich sehr über deine Kommentare gefreut!
      Genau, als Denkanstoß finde ich die Karte sehr gut, nicht mehr und nicht weniger.

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